Feb 28
Der Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom, August-Willhelm Scheer, fordert einen Internet-Staatsminister, um endlich zu einem Gesamtkonzept zu gelangen. Seinen Angaben nach gebe es eine Kommission nach der anderen, bei der sich jedes Ministerium ein Stück herauspicke. Während der Staat auf der einen Seite die Bürgerrechte und die Privatsphäre der Bevölkerung mit Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsungen angreife, kritisiert Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) auf der anderen Seite die Suchmaschine Google bei seinem Street-View-Projekt, bei dem angeblich die Privatsphäre der Menschen verletzt werde, weil das Unternehmen keine Genehmigung einhole, um Vorgärten und Häuser abzufotografieren. Wichtiger als die Schaffung weiterer Verbote und Regulierungen sei es, die Bevölkerung dementsprechend darüber aufzuklären, nicht alle möglichen Daten ins Internet einzustellen, so Scheer weiter.
Die Berufung eines Internetministers war schon ein Anliegen der Piratenpartei vor der Bundestagswahl im Jahr 2009 (siehe auch Beitrag im heute journal vom 21.09.2009).
(via heise.de)
Feb 28
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) scheint von der Atomlobby total eingenommn worden zu sein. Er spricht sich für eine unbefristete Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke aus. Dies kann nicht aus dem Munde eines verantwortungsvollen Politiker kommen, der die Pannen der letzten Jahre zur Kenntnis genommen hat. Hier muss wahnsinnig viel (Schmier)Geld im Spiel sein. Gegenüber der Rheinischen Post sagte Seehofer: “So lange ein Kernkraftwerk sicher ist, sollte es am Netz sein dürfen”. Unterstützung erhält Seehofer dabei von der Mövenpick-Atomlobby-Partei FDP, in Form von Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok: “Es wäre Unsinn, deutsche Atomkraftwerke, die sicherer als Reaktoren in den Nachbarländern sind und allen internationalen Standards entsprechen, vom Netz zu nehmen und als Ausgleich dann noch Atomstrom aus dem Ausland zu beziehen”.
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Feb 20
In den vergangenen Tagen hatte ich des öfteren mal Gelegenheit, mit dem einen oder anderen persönlich, aber auch per ICQ, das eine oder andere Gespräch hinsichtlich des neuen “Jugendmedienschutzstaatsvertrages” aufzubauen. Dabei kamen unterschiedliche Ansichten zu Tage, unter anderem auch, wie mit dieser Diskussion richtigerweise umgegangen werden müsste, um sowohl als Pirat und als freier Verfechter der Bürgerrechte, wie sie in Organisationen wie dem AK Zensur gruppiert sind, nicht an Zurechnungsfähigkeit in der Bevölkerung zu verlieren. In erster Linie vertrete ich auf meinem Blog ohnehin nicht die Ansicht der Piratenpartei, sondern die meines eigenen Gedankengutes – deswegen möchte ich hier einfach mal das niederschreiben, was mir hinsichtlich der laufenden Debatte so aufstößt.
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Feb 17
Lange war es ruhig um das sogenannte Zugangserschwerungsgesetz, was im vergangenen Jahr unter dem Schlagwort “Zensursula-Gesetz” einen traurigen Weg in die deutsche Parlamentsgeschichte gefunden hat, unter anderem durch das doch sehr chaotische Gesetzgebungsverfahren verbunden. Horst Köhler, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und damit oberster Repräsentant der Bundesbürger, war die letzte Bastion der Hoffnung der Netzbewegung, um ein mögliches Inkrafttreten dieses Gesetzes doch noch abzuwenden. Heute stellte sich Horst Köhler offiziell gegen die Netzgemeinde und damit gegen eine der größten Bürgerrechtsbewegungen der letzten Jahre überhaupt.
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Feb 06
Nach Angaben der Wochenzeitung “Sonntag Aktuell” haben sich der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) sowie sein Kabinettskollege, Justizminister Ulrich Goll (FDP), darauf geeinigt, dass öffentliche Gebäude wie Schulen, Bushaltestellen und Parkhäuser künftig auch in Baden-Württemberg überwacht werden dürfen. Der Einsatz von Videokameras ist der baden-württembergischen Polizei bislang nur dann gestattet, wenn es gilt, Gefahren abzuwenden. Darüber hinaus dürfen nach aktueller Gesetzeslage auch dann Kameras installiert werden, wenn es sich um öffentliche Plätze handelt, an denen häufig Straftaten begangen werden. Für eine Regelung, die über das bisher mögliche hinausgeht, müsse das Landesdatenschutzgesetz angepasst werden. Dies gab eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstag an. Ein Kabinettsbeschluss soll allerdings noch nicht vorliegen.
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Feb 06
Das ARD-Magazin “Monitor” hat sich mit der Frage beschäftigt, wo uns die Datenkrake ELENA hinführen könnte. ELENA ist die Kurzbezeichnung für den sogenannten Elektronischen Entgeltnachweis. Arbeitgeber sind seit dem 1. Januar 2010 dazu verpflichtet, neben den Angaben zum Entgelt eines jeden Arbeitnehmers auch weitere Daten an eine zentrale Datenbank bei der Deutschen Rentenversicherung zu übermitteln – beispielsweise Informationen über mögliche Abmahnungen, Fehlzeiten und Kündigungen. Mit ELENA entsteht die größte Datensammlung in der Geschichte der Bundesrepublik.
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Jan 26
Die deutsche Jugend steht unter einem ganz besonderen Schutz. Zumindest, wenn es nach den Vorstellungen der CDU geht – insbesondere der in der Bundestagsfraktion angesiedelten “AG Jugend” - müssen unsere Kinder und Jugendlichen im Vergleich zu Menschen gleichen Alters aus anderen EU-Mitgliedsstaaten besser vor medialen Einflüssen geschützt werden. Jetzt melden sich die Jugendexperten der Union wieder mit einer neuen Forderung zu Wort: der Jugendschutzsperre in digitalen TV-Geräten. Sogenannte Flags sollen dann verhindern, dass jugendgefährdende Inhalte aus dem Spätprogramm von Kindern und Jugendlichen zeitversetzt konsumiert werden können.
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Jan 24

Die Europäische Kommission (EU-Kommission) ist besorgt um den Fortbestand der Währungsunion. Die Unterschiede im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Mitgliedsländer und die daraus resultierenden Ungleichgewichte gäben Anlass zu ernster Besorgnis, was die Existenz der Euro-Zone anginge. So meldete sich auch schon der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer zu Wort. Er warnt in seinen Worten vor einem möglichen Zusammenbruch der Euro-Währung. “Die Situation ist ernster als jemals in den zehn Jahren nach Einführung des Euro”, so der Chefvolkswirt. Den Grund sieht Mayer insbesondere in dem Staatsbankrott Griechenlands, der nur durch die anderen EU-Länder aufgefangen werden kann.
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Jan 23
Dass deutsche Politiker entweder gar kein Englisch sprechen oder einfach nur sehr schlecht, ist keine Neuigkeit mehr. Gerhard Schröder zum Beispiel reiste stets mit einem Übersetzer zu seinen ausländischen Terminen. Jetzt, wo unser Noch-Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) als EU-Kommissar für Energie nach Brüssel wechselt, musste er sich auch unangenehmen Fragen gegenüber Presse und EU-Parlament stellen. Das sah in etwa so aus:
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Jan 23
Nach Informationen des Spiegels hat sich die Atomlobby jetzt durchgesetzt. Die Bundesregierung hat vor, alle deutschen Atomkraftwerke, 17 an der Zahl, am Netz zu behalten. Darunter auch Problemmeiler wie Neckarwestheim I und Biblis A, die zu den ältesten und auch zu den anfälligsten Anlagen in Deutschland gehören. Durch einen Trick – der Übertragung von Reststrommengen von anderen Anlagen – können diese Meiler jetzt auch bis zur Fertigstellung eines neuen Energiekonzepts, das für diesen Herbst erwartet wird, weiterbetrieben werden. Bereits im Jahr 2006 hatten die Energieriesen RWE und EnBW versucht, durch den Übertrag von Reststrommengen ihre Problemmeiler weiter zu betreiben. Damals scheiterte man am Widerstand des damaligen Bundesumweltministers Sigmar Gabriel (SPD) und in letzter Instanz natürlich auch vor Gericht.
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