Der stumme Schrei
Heute bin ich mit einem relativ merkwürdigen Gefühl in der Magengegend nach Hause gekommen. Im Religionsunterricht haben wir das Thema Abtreibung behandelt, welches an sich ja schon etwas zwispältig ist. Denn immer wieder stellt sich berechtigterweise die Frage, inwieweit Abtreibungen denn gerechtfertigt sind und – vor allem – bis zu welchem Entwicklungsstadium des Kindes. Ich kann für mich sagen, dass ich heute einiges mit nach Hause genommen habe. Ganz besonders, dass dieser Eingriff an sich, zumindest bei einer Spätabtreibung (zehnte bis zwölfte Woche) gar nicht so harmlos ist, wie man sich das in der heutigen Zeit vorstellt.
Denn auch, wenn der Film “Der stumme Schrei” (USA, 1984) doch schon recht alt ist: Die Praktiken sind weitestgehend gleich geblieben. Insofern kann ich jedem, der sich für die Abtreibung ausspricht, nur wärmstens ans Herz legen, sich diesen Film anzusehen – und zwar vollständig.
In der ersten Hälfte sieht man den Eingriff am Ultraschall. Das Kind schlägt um sich, während ein Arzt mit einer Saugglocke in die Gebärmutter eindringt. Der Herzschlag des Kindes wird schneller. Bis dann lediglich die Fruchtblase platzt und der Arzt mit der Saugglocke direkt an dem ungeborenen Kind ansetzt. Letztlich wird das Kind in Stücke zerrissen und einzig die Einzelteile kommen anschließend zum Vorschein. Auch den Eingriff im Operationssaal kann man sich anschauen in der zweiten Hälfte des Films.
Ich habe für mich festgestellt, dass der Film nicht nur unappetitlich ist, sondern das der Eingriff an sich auch längst nicht so harmlos ist, wie er in der Öffentlichkeit oft dargestellt wird. Eigentlich sollte dieser Film in jeder Schulklasse gezeigt werden, um auch die naiven Teenager davon zu überzeugen, dass man etwas – wie beispielsweise ein Kind – nicht so ohne Weiteres, und vor allem ohne Risiken, aus dem Mutterleib entfernen kann.
Wer sich den Aufklärungsfilm mal anschauen möchte, kann dies gerne mal tun und vielleicht mal die eigenen Gedanken dazu beschreiben. Würde mich wirklich mal interessieren, was andere zu diesem Film meinen. Downloaden kann man ihn sich übrigens kostenlos im Internet unter silentscream.org.
Gänzlich von meiner Ansicht, dass eine Abtreibung unter gewissen Umständen richtig ist, hat mich der Film nicht abgetrieben. Allerdings bin ich etwas nachdenklicher geworden und vor allem schließt sich somit auch der Personenkreis, für die sowas wirklich in Frage käme: In meinen Augen wären das höchstens Vergewaltigungsopfer, die mit der Vorstellung eines Nachwuchses, gezeugt von ihrem Peiniger, nur schlecht leben könnten. Aber den Teenies, die sich bei Oliver Geissen & Co. ins Fernsehen setzen, mit der Überzeugung, dass man unerwünschten Nachwuchs einfach so abtreiben könnte, gehört eigentlich ordentlich der Kopf gewaschen. Und da setzen meiner Meinung nach auch etwas heftigere Filme wie “Der stumme Schrei” richtig an.
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Abtreibung, Aufklärung, Babys, Eltern, fernsehen, Film, Frauen, Kinder, Schrei, Teenies


11. Februar 2009 










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