Amoklauf in Ansbach: Seitenhieb in eine andere Richtung
Games, Netzwelt und Technik Sag' deine Meinung!Einige von euch werden vermutlich – wie meine Wenigkeit – das Vergnügen gehabt haben, dass sie gestern via twitter so ziemlich reingelegt wurden. Zur Vorgeschichte: Gestern fand im bayerischen Ansbach an einem Gymnasium ein Amoklauf statt, bei dem es zwar Verletzte gab, aber Gott sei Dank (noch) keine Todesopfer, (zwei Mädchen kämpfen noch ums Überleben) die eine neuerliche Diskussion um gewalthaltige Videospiele hervorgerufen hätte. Oder aber diese Diskussionen folgen noch? Man weiß es nicht. Insbesondere die protektionistische Landespolitik des Freistaates Bayern sollte man nicht unterschätzen. Wie auch immer: Was dann auf twitter geschah, war weder der Diskussion um die lächerlichen “Killerspiel”-Debatten dienlich, noch hat es in irgendeiner Weise der Wahrheit entsprochen. Die Rede ist von diesem Bild:

Ein geschulter Blick wird euch sagen, dass dieses Bild ein Fake ist. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an KaGiNa und andiheimann, die mich über ihre replys auf twitter darauf aufmerksam machten, dass an diesem Bild etwas nicht stimmte.
In meinen Augen ist es eine ungeheurliche Frechheit, solche Bilder über twitter zu verbreiten. Insbesondere dann, wenn gerade erst wieder ein Amoklauf stattfand, der gerade noch mit einem blauen Auge beendet werden konnte. Es hilft auch nichts in der Debatte um Videospiele, ob ein gewisses Genre verboten gehört oder nicht. “Die Sims” mögen jetzt zwar nicht in das Raster eines blutrünstigen Killerspiels passen, aber lebende Fossile wie Dr. Christian Pfeiffer haben schließlich auch schon in TV-Sendungen behauptet, dass World of Warcraft ein Kriegsspiel ist, innerhalb dessen man sich in modernen Militärstrukturen wieder findet. Deswegen wäre diese fiktive Meldung des Focus Online nicht mal so daneben gewesen, wenn sie tatsächlich diese Zeilen geschrieben hätten. Haben sie aber nicht, was eine ganze Reihe an Beweisbildern [2] von Leuten belegt, die sich mal die Zeilenabstände etwas gründliches angeschaut haben als ich das getan habe.
Die Verantwortlichen für diesen Fake sollten sich einfach mal kollektiv in eine Ecke stellen und sich schämen. Schämen dafür, dass sie so viele Leute aufs Glatteis geführt haben. Schämen dafür, dass sie keinen konstruktiven Beitrag geleistet haben. Schämen dafür, dass sie ihren Humor auf den Köpfen der Videospiel-Gemeinde ausgetreten haben.
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20.09.2009 um 10:02
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24.09.2009 um 13:22
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