Die E3 2010 kurz und bündig zusammengefasst

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In dieser Woche fand die Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles statt. Nintendo, Sony und auch Microsoft haben die Gunst der Stunde genutzt, um der Fachpresse und den Gamern in aller Welt ihre neue Produkte vorzustellen. Während Nintendo mit dem 3DS das portable “3D Gaming” einläutet, boten Sony und Microsoft erstmals einen tieferen Einblick in ihre Welt des bewegungssensitiven Gamings.

Zelda-Präsentation gefloppt durch Technikpanne

Nintendo hatte mit Sicherheit nicht vor eines seiner größten Zugpferde – Zelda – so blamabel zu präsentieren, wie es letztlich auf der Bühne vor laufenden Kameras geschah. Als Mastermind Shigeru Miyamoto die Bühne betritt, scheint alles schief zu gehen. Die Wii-Steuerung mit MotionPlus-Unterstützung scheint nicht funktionieren zu wollen; Nintendo entschuldigt sich – eine technische Panne! Hier gibt es die Zelda-Präsentation selbstverständlich noch mal zur Nachbetrachtung für all diejenigen, die es verpasst haben:

Dennoch: Nintendo hatte auch einiges zu bieten. Nicht nur mit dem 3DS konnten sie vor dem versammelten Fachpublikum überzeugen. Auch beim Wii-Lineup für die kommenden Monate gab es einige Überraschungen. So wurde unter anderem ein Comeback von Donkey Kong in Donkey Kong Country Returns angekündigt. Auch Kirby wird sich in einem zweidimensionalen Abenteuer namens Epic Yarn wieder auf eine Heimkonsole von Nintendo begeben.

Eine weitere große Überraschung für Nintendos Wii ist GoldenEye. Das Spiel, das sich bereits auf dem Nintendo 64 großer Beliebtheit erfreute, wird von Kennern schon mit viel Vorfreude erwartet:

Vielversprechendes 3DS-Lineup

Voll punkten konnte Nintendo mit dem 3DS nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch im Hinblick auf das Software-Lineup. Viele namhafte Publisher sind wieder mit von der Partie – und große Franchises warten auf das neue Nintendo-Handheld. Auch Kid Icarus wird in Kid Icarus Uprising nach vielen Jahren sein Comeback auf dem 3DS feiern.

Unklar ist indes beim Nintendo 3DS noch, inwiefern die 3D-Darstellung mit der Bewegungssteuerung zusammen harmonieren soll. Auf der E3 wurde nämlich unter anderem angekündigt, dass der 3DS mit Bewegungssensoren ausgestattet sein wird. Der Parallex-Effekt, der für die 3D-Darstellung zuständig ist, setzt eigentlich einen bestimmten Blickwinkel zu den 3DS-Screens voraus. Bei Bewegungsspielen könnte so – zumindest meine primitive Unterstellung – der 3D-Effekt verloren gehen. Oder aber Nintendo hat eine raffinierte Lösung parat, die sie auf der E3 noch nicht ausplaudern wollten.

Konkurrenz weit abgeschlagen: Sony und Microsoft rüsten erst jetzt nach

Viele werden sich noch an die E3 in Los Angeles erinnern, als Nintendo unter dem Projektnamen “Revolution” die heutige Wii ankündigten. Gezeigt wurde eine Konsole, die nicht viel größer als zwei DVD-Hüllen war sowie eine Steuerung und die sich lediglich mit einer Fernbedienung (Wiimote) und einen Nunchuk steuern lassen sollte. Damals wurde Nintendo für dieses (damals noch einzigartige) Steuerungskonzept müde belächelt. Während Nintendo nicht zu sehr auf technische Aufrüstung setzte, setzten Sony und Microsoft auf starke Hardware. Zu ihrem Nachteil, wie sich herausstellte.

Denn Microsoft und Sony haben in den Jahren, seitdem die Wii auf dem Markt ist, eine komplette Zielgruppe nahezu nicht bedienen können: die Casual Gamer. Und gerade jetzt, wo Nintendo diesen neu erschlossenen Markt an anspruchsvollere Spiele heranführen möchte, rücken die beiden Konkurrenten erst mit ähnlichen Ideen nach. Die beiden Konsolengiganten hinken also wieder einen Schritt hinterher. Dennoch: Zumindest das Konzept von Microsoft, das den klangvollen (und meiner Ansicht nach bescheuerten) Namen “Kinect” trägt, scheint eine verdammt gute Weiterentwicklung der Nintendo-Idee zu sein. Mit Kinect benötigt man – im Gegensatz zum Nintendo-Konzept – neben einer Kamera, die die Bewegungen der Spieler in Spielbewegungen der Spielfiguren umrechnet, sonst nichts. Einen Haken hat das Ganze laut IGN.com allerdings noch: Anscheinend soll man Kinect bislang nur im Stehen nutzen können. Hier wird letztlich der Praxistest zeigen, wie gut Kinect tatsächlich ist, oder ob um diese neue Steuerungseingabe einfach nur ein ziemlich großer Wirbel gemacht wird.

Dabei erschließen sich völlig neue Möglichkeiten, wie man bei einigen Demonstrationen bei der Microsoft-Pressekonferenz sehr gut sehen konnte:

Sony scheint mit seinem Steuerungskonzept “PlayStation Move” dagegen weit abgeschlagen. Böse Zungen behaupten sogar, dass es sich schlicht und einfach um eine Kopie des erfolgreichen Wiimote-Konzepts handeln soll. Warum? Die dafür benötigten Fernbedienungen haben einfach eine unverkennbare Ähnlichkeit mit Nintendo Wiimote:

Ansonsten konnte Sony lediglich mit Software auffahren. 3D-Games sollen zukünftig auch auf der PlayStation 3 möglich sein. Mittels eines Software-Update soll die Sony-Konsole dafür fit gemacht werden. Ganz ohne zusätzliches Zubehör gehts dann aber doch nicht: Eine 3D-Brille und ein spezieller Fernseher werden benötigt, um auch in den vollen Genuss der 3D-Spiele zu kommen:

Fazit

Sony und Microsoft können zwar mit einem gewohnt starken Software-Lineup aufwarten, Nintendo hat aber auch dieses Mal mit dem Nintendo 3DS wieder die Antwort darauf, wie das Spielen der Zukunft aussehen wird. Kinect kann zwar im Vergleich zu PlayStation Move durch eigene Innovationen sehr gut überzeugen, aber die Antwort auf Nintendos Wii kommt sowohl für Sony und Microsoft aller Voraussicht nach einfach zu spät. Das Potenzial ist schon lange einem anderen Marktteilnehmer zugeflogen, der jetzt versucht, mit dem 3DS den Casual Gamer an anspruchsvollere Spiele heranzuführen. Wir dürfen also gespannt sein, wie der Kampf in Zukunft aussehen wird – den Handheld-Markt wird Sony mit dem 3DS als starken Konkurrenten im Nacken jedoch endgültig verloren haben.


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1 Kommentar zu “Die E3 2010 kurz und bündig zusammengefasst”

  1. wii-mushroom schreibt:

    Ich freue mich auf das neue Kirby-Spiel und natürlich auf den 3DS (den ich zwar nicht haben, aber unbedingt mal ausprobieren muss)! Ob Kinect hält, was es verspricht, kann ich aber überhaupt nicht einschätzen … Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sensoren und die Software Bewegungen so präzise verfolgen können.

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