Der Haiti-Hype und die Hilfen der “Internationalen Staatengemeinschaft”
(SMM) Wenn man die Zeitung aufschlägt, sieht man in den vergangenen Tagen – ja sogar schon Wochen – die immer gleichen Schlagzeilen: “Haiti hier, Haiti da” – Doch bei alle dem, was uns die Medien an Honig um den Mund schmieren, haben viele die Menschen vergessen, die in der Region wirklich betroffen sind. Nicht abertausende Militärs können jetzt noch der Bevölkerung helfen – nein: Es sind Ärzte, die den Kranken und Verletzten zu Heilung verhelfen können, Lehrer, die sukzessive den Unterricht wieder aufnehmen und Aufbauhelfer, die zerstörte Häuser Stein um Stein wiederaufbauen.
Und weil wir alle denken, dass es den westlichen Regierungen – allen voran den USA – mit den Truppenentsendungen nur um das Humanitäre geht, spenden wir bei Galen im öffentlich-rechtlichen genauso wie im privaten Fernsehen Summe um Summe, nicht um den Menschen zu helfen, sondern letztlich auch um dafür mitzusorgen, dass die Haitianer mehr und mehr einer westlichen Kontrolle zuteil werden. Und warum?
Wer heute noch glaubt, dass die USA ein Wohlfahrtsstaat ist und der Kapitalismus die Caritas, der irrt. Nicht nur, wenn man kapitalistische Grundzüge zugrunde legt, sondern auch Fakten, wird einem schnell klar, worum es wirklich geht. Nicht um die Menschen. Noch nicht mal um das wirtschaftlich sowieso gegängelte Land. Nein. Es geht darum, strategisch wichtige Ölreserven zu sichern. Und da kam den Amerikanern, die beinahe heuschreckenartig mit ihren tausenden Soldaten über das Land herfielen, das Erdbeben gerade recht. In Zeiten, in denen sich die haitianische Regierung in halbwegs stehen gebliebenen Polizeirevieren verschanzt und das Regieren kaum noch möglich ist, ist das ein gefundenes Fressen für den Westen, um den Sack zu zu machen.
Und wir? Wir wiegen uns in dem Glauben, dass es der sogenannten “Internationalen Staatengemeinschaft” nur um das Wohlergehen der Menschen geht. Wir glauben auch noch, dass mit unseren Spenden geholfen ist. Realisieren aber nicht, dass an vielen Stellen von amerikanischen Truppen die Einreise und die Arbeit internationaler Helfer behindert wird. Traurig. Aber wir spenden weiter, lassen uns lenken, für eine Sache, bei der wir nicht wissen, ob wir mit all unserem Geld auch wirklich den Menschen vor Ort helfen.
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26. Januar 2010 










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