Danke Herr Güldner! You made my day!
Man, bei twitter ist ja was los. Allerdings völlig nachvollziehbar. Denn die “WELT” hat in ihrer Online-Ausgabe einen Kommentar des Fraktionsvorsitzenden der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft, Herrn Matthias Güldner, veröffentlicht. Dieser bezog in seinem Kommentar Stellung zu den jüngst im Juni verabschiedeten Netzsperren bei Kinderpornographie. Dabei hat er die Grünen bereits im Einleitungsteil vollkommen disqualifiziert in der Frage, ob die Herrschaften dort vielleicht kompetenter sein könnten:
Regeln gelten überall, auch im weltweiten Netz. Die ignorante Argumentation gegen Internetsperren kommt von Menschen, die es sich in virtuellen Räumen bequem gemacht haben und übersieht die Opfer in der realen Welt.
Und mit diesem Satz hat er ja den Vogel wahrlich abgeschossen:
Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen will, wird mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen.
So ernst nimmt man also die Bedenken, die rechtschaffene Bürger über eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag zum Ausdruck bringen? Es ist für Herrn Güldner also nichts weiter als ein Massen-Spaming des Bundestagsservers, wenn es Kritiker gibt, die bessere Vorschläge auf den Tisch legen als das bloße Verstecken kinderpornographischen Materials im Internet?
Wenn man sich den Kommentar durchliest, stellt sich einem echt die Frage, ob Herr Güldner nicht vielleicht in der falschen Partei untergekommen ist. Denn genau diese Totschlagsargumente sind es, die auch die CDU gerne im Zusammenhang mit den Netzsperren vorgebracht hat. Ein schwarz angemalter Grüner? Wer weiß …
Auf jeden Fall hätte es Herrn Güldner sehr wohl weitergeholfen, vor der Veröffentlichung seines Kommentars eine anständige Recherche anzustellen. Denn dann wären ihm auch die konkreten Vorschläge aufgefallen, die von Seiten des AK Zensur vorgelegt wurden. Ihm hätte auch auffallen können, wie ineffizient diese Sperrlisten überhaupt sind, wenn man ähnliche Vorhaben aus dem Ausland vergleicht:
Löschen statt Sperren
Die bekannt gewordenen Sperr-Listen aus anderen Ländern (unter anderem aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Australien und der Schweiz) zeigen, dass die einschlägigen Webseiten zumeist auf Computern in Ländern wie den USA und West-Europa einschließlich Deutschland liegen. Da in diesen Ländern Kindesmissbrauch und die Verbreitung von entsprechenden Bildern und Videos strafbar ist, wäre ein Vorgehen gegen die Inhalts-Anbieter möglich und erfolgversprechender als Internet-Sperren. Ein Experiment des Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur hat dies bewiesen: Es ist möglich, tatsächlich kriminelle Inhalte schnell entfernen zu lassen. Weltweit.
Quelle: AK Zensur
All diese Informationen kann man unmittelbar der Startseite des AK Zensur entnehmen. Von Menschen gemacht, die sich tatsächlich etwas mit der Materie beschäftigt haben, entgegen des Herrn Güldner. Aber vielen Dank, dass Sie damit wenigstens das wahre Gesicht der Grünen gezeigt haben. Denn das zeigt mir als Wähler: Sie sind auch nicht besser, als alle anderen Oppositionsparteien, die gerne im Regierungsbett mitmischen würden. Die Bürgerrechte, die sich die Grünen ach so groß auf die Fahne schreiben sind eine riesen große Wahllüge!
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Tags
AK Zensur, Deutscher Bundestag, Grüne, Internetzensur, Kinderpornographie, Kommentar, Matthias Güldner, Netzsperren, Online-Petition, Petitionen, welt, zensur


26. Juli 2009 










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