Lena Meyer-Landrut hat es geschafft: Nachdem sie sich im Casting gegen 4.500 andere Kandidaten durchsetzte und letztlich in den Ausscheidungssendungen bei “Unser Star für Oslo” landete, haben die Zuschauer der ARD gestern für sie im Finale gestimmt. In Oslo wird sie mit dem Song “Satellite” auftreten, wobei ich mir persönlich Jennifer Braun, die Kontrahentin, mit dem Song “Bee” viel besser bei den Norwegern hätte vorstellen können. Nichtsdestotrotz haben beide eine reife Leistung für ihre zarten 18 Jahre hingelegt. Unter enormen Druck standen beide felsenfest auf der Bühne und haben die Zuschauer mit ihren Darbietungen unterhalten.
Stefan Raab hat es der Medienwelt mit “Unser Star für Oslo” mal wieder gezeigt: Es geht auch ohne Gefängnisstrafen oder andere tragische Zwischenfälle im Leben der Bewerber. Anders als bei “Deutschland sucht den Superstar” zählte bei “Unser Star für Oslo” die Leistung der Künstler, die allesamt auf ihre Art und Weise hervorgestochen haben. Im Grunde genommen waren es Kleinigkeiten – und allem voran ein glückliches Händchen bei der Songwahl – die über das Weiterkommen in Raabs Castingshow entschieden haben.
Raab hat aber nicht nur gezeigt, dass Casting-Sendungen in Deutschland nicht zwangsläufig der Kategorie “Trash-TV” zuzuordnen sind. Auch die erstmalige Zusammenarbeit zwischen einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und einem privaten Fernsehsender hat gezeigt, dass man bei so wichtigen Fragen wie der Kandidatenauswahl für den Eurovision Songcontest durchaus zusammenrücken kann, um eine wichtige nationale Frage gemeinsam anzugehen. Ich für meinen Teil hoffe, dass diese Kooperation zwischen der ARD und ProSieben kein einmaliges Phänomen ist, sondern dass dieses Zusammenspiel auch im kommenden Jahr bei der Kandidatenwahl für den Songcontest fortgesetzt wird. Denn auch wenn Lena Meyer-Landrut in meinen Augen nicht gerade zu den fähigsten Personen für einen so großen Contest gehört, so werden wir uns mit “Satellite” auf jeden Fall nicht vor anderen Teilnehmern in Oslo verstecken müssen.
Die Songs, die Lena und Jennifer gestern gesungen haben, könnt ihr im Übrigen bereits bei iTunes zu einem erschwinglichen Preis von 0,99 Euro je Song herunterladen:
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