Polizei attackiert baden-württembergischen Justizminister Ulrich Goll
Der Amoklauf in Winnenden steckt allen noch in den Füßen. Nachdem im vergangenen Jahr an der Albertville-Realschule in Winnenden die Schüsse fielen, war der Aufschrei groß, dass (auch illegal gehaltene) Schusswaffen bei der Polizei abgegeben und vernichtet werden. Jetzt kam ans Tageslicht, dass ausgerechnet der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) zwei Schusswaffen zu “seiner eigenen Sicherheit” zu Hause aufbewahren soll. Die Polizei schreit, die Medien machen mit. Die Polizeigewerkschaft fordert jetzt, dass der baden-württembergische Justizminister seine Waffen abgeben und seine körperliche Unversehrtheit in die Hände von Personenschützern der Polizei legen solle. Nach Angaben der Gewerkschaft würde Goll so dann ein gutes Beispiel vorgeben nach alle dem, was in Winnenden geschehen ist.
Der GdP-Landeschef Rüdiger Seidenspinner kritisierte den Minister scharf: “Hier sieht man, wie er als Beispiel vorangeht: nämlich als Negativbeispiel.” Zusätzlich ziehe Goll mit seinem Verhalten die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen aus dem Personenschutz der Landespolizei durch den sprichwörtlichen “Kakao”, so Seidenspinner.
Was den Personenschutz in Baden-Württemberg angeht, hatte Ulrich Goll auf einen Zwischenfall mit einer Studentin auf Günther Oettinger Ende 2007 verwiesen. Goll sagte: “Wenn man dem Günther Oettinger eine Torte auf die Brust werfen kann, dann weiß ich eigentlich schon alles. Und die Personenschützer machen erstaunte Gesichter.” Seidenspinner von der GdP entgegnet wiederum: “Da müsste man ihn fragen, ob er in diesem Fall geschossen hätte.”
Tatsächlich ist es interessant, dass ausgerechnet der Justizminister, der die Bevölkerung zur Abgabe von Schusswaffen aufforderte, selbst nicht bereit ist, seinen Selbstschutz aufzugeben. Berechtigterweise stellt sich dann natürlich die Frage, ob nicht auch jeder Bürger das Recht hat, sich angemessen vor Angriffen Dritter zu schützen.
(via SWR.de)
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Amoklauf, baden-württemberg, FDP, GdP, Gewerkschaft der Polizei, Justizminister, Landespolizei, Personenschutz, Rüdiger Seidenspinner, Schusswaffen, Selbstschutz, Sicherheit, Ulrich Goll, Winnenden


3. Mai 2010 










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