Die Bilderberger tagen in Sitges (Spanien)

Jedes Jahr treffen sie sich woanders: Die Teilnehmer der sogenannten Bilderberg-Konferenz. Entstanden ist sie im Mai 1954 als Prinz Bernard der Niederlande zum ersten Mal in das Hotel de Bilderberg in Oosterbeek (Niederlande) einlud. Seitdem trägt die geheime und unter einem privaten Treffen deklarierte Konferenz diesen Namen. Zu den Bilderberg-Konferenzen pilgern jedes Jahr namhafte und einflussreiche Personen aus Wirtschaft, Militär, Politik, Medien, Gewerkschaften, Hochschulen und Adel. Zum Großteil kommen die teilnehmenden Persönlichkeiten aus Staaten, die dem nordatlantischen Bündnis (NATO) angeschlossen sind. Auch deutsche Spitzenpolitiker, so auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel (Teilnahme im Jahr 2005 zusammen mit Gerhard Schröder), aber auch der Altbundeskanzler Helmut Schmidt, stießen schon zu dem privaten Geplänkel hinzu, das hermetisch abgeriegelt und auf Steuerzahlerkosten des jeweiligen Austragungslandes beschützt wird. Dieses Jahr findet das fragwürdige und geheime Treffen im spanischen Sitges statt. Ungewöhnlich lange tagen sie: Vier Tage am Stück!

Doch dieses Jahr ist alles anders – zumindest was die Berichterstattung angeht. Ungewöhnlich viele Kamerateams haben sich im Vorfeld des Treffens in Spanien angekündigt. Neben den Mainstream-Medien und den alternativen Medien waren und sind auch viele Demonstranten vor Ort, die ihre Kritik gegenüber dem geheimen Treffen laut äußern. Weiter als bis zur Auffahrt des Dolce-Hotels in Sitges kommen die Medien und die Demonstranten allerdings nicht: Denn der Zugang wird von spanischen Polizeibeamten abgeriegelt, sodass keiner einen Blick auf die Personen werfen kann, die sich im Hotel befinden und an der Sitzung teilnehmen. Auch Josef Ackermann, seines Zeichens Chef des größten deutschen Geldhauses – der Deutschen Bank – hat dieses Jahr wieder dem Treffen beigewohnt.

Über Tagesordnung und Teilnehmer ist in diesem Jahr ungewöhnlich wenig bekannt. Auf dem Weg zwischen dem Flughafen in Barcelona und Sitges konnten nur wenige Personen ausgespäht werden – darunter auch der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner, womit man schon mal einen Verdächtigen aus der aktiven Politik ausgemacht hat.

Kritik an den Treffen

Die Bilderberger – also die regelmäßigen Teilnehmer der Konferenzen – sagen selbst, dass es sich bei der mehrtägigen Zusammenkunft, zu der sich die Reichen und Mächtigen extra viel Zeit aus ihren prallen Terminkalendern zu nehmen scheinen, um ein rein privates Treffen handelt. Sprichwörtlich könnte man also meinen, dass sich Ackermann, Geithner und viele andere einflussreiche Persönlichkeiten wie bspw. Matthias Nass von der Zeitschrift “Die Zeit” lediglich zu Kaffee, Kuchen und einer Runde Golf treffen.

Da man davon ausgehen kann, dass diese Menschen dort auch nicht gerade wilde Sexorgien feiern, würde es also nicht schaden, wenn über die Inhalte dieser wichtigen Konferenzen auch Inhalte nach außen kommuniziert werden – wenn es denn tatsächlich nicht so dramatisch ist, wie viele Teilnehmer selbst beschreiben. Stattdessen werden diese Treffen durch ein riesiges Polizeiaufgebot hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt. Keiner kommt überhaupt in die Nähe der Tagungsstätten. Welchen Grund kann es also geben, dass Polizeibeamte – die vom Steuerzahler bezahlt werden – eine Privatparty beschützen, wenn es bei diesen Treffen nicht tatsächlich auch um Inhalte geht, die auf keinen Fall nach außen dringen dürfen? Richtig, es gibt keinen! Insofern müssen bei diesen Meetings zwangsläufig Dinge beschlossen werden, die teilweise auch zum Nachteil der Allgemeinheit sind und lediglich dem Wohl der gehobenen Elite dienen.

Was bei den Bilderberg-Meetings tatsächlich besprochen und beschlossen wird, wissen leider nur die Teilnehmer selbst. Aufgabe der Wahrheitsbewegung ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass es sich bei diesen Treffen nicht um harmlose Privatpartys handelt, bei denen nur Kaffee getrunken und Golf gespielt wird, sondern um einen geheimen Kreis von Reichen und Mächtigen, die über das Schicksal von Millionen Menschen entscheiden (können). Wissen ist Macht – eine gebildete und informierte Öffentlichkeit, die dem ganzen kritisch gegenüber steht und diese Situation nicht so einfach hinnimmt, ist für die (regelmäßigen) Teilnehmer dieser Konferenzen – und anderer geheimer Zusammenkünfte wie die Trilateral Commission – eine Niederlage.

Lesenswertes

Charlie Skelton’s Bilderberg files (guardian.co.uk) – Berichte über das Bilderberg-Meeting 2010 in Sitges
Alles Schall und Rauch – Interessantes zum Meeting 2010 und vergangenen Treffen (inklusive Impressionen)
Deutsche Teilnehmer an Bilderberg-Treffen
Offizielle Teilnehmerliste 2010

Verwendetes Bildmaterial in diesem Artikel: © Alles Schall und Rauch

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