Von der Leyen will RTL-Serie “Erwachsen auf Probe” stoppen
Dass unserer Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) das neue RTL-Format “Erwachsen auf Probe” etwas auf den Magen schlägt, ist eigentlich nichts Neues. Schon in den vergangenen Wochen hat sie sich empört über das Format geäußert, das Teenager-Paaren das “richtige” Leben – zur Not auch mit echten Babys – näher bringen möchte. Sie fordert deshalb von RTL eine gründliche Überarbeitung des Formates, wie aus einer Pressemitteilung auf prcenter.de hervorgeht.
“Erwachsen auf Probe” hat dabei nicht nur bei Frau von der Leyen, sondern auch bei einer Vielzahl anderer Kinderschützer Besorgnis erregt. Der Kinderschutzbund und die evangelische Kirche stellen in den heftigen Diskussionen um das neue RTL-Format unter anderem auch “eklatante Grenzüberschreitungen” fest. Ein weiterer Vorwurf in dieser Debatte ist unter anderem auch, dass die von den Eltern getrennten Säuglinge durch die TV-Aufnahmen Schaden von sich tragen könnten. Von der Leyen: “Man fragt sich die ganze Zeit: Was ist mit den Kindern? Wo bleiben deren Rechte?”
Das Gegenargument von Tom Sänger, RTL-Programmchef: RTL wolle mit dieser Serie die steigende Anzahl von Teenager-Schwangerschaften “problematisieren”. Darum habe man auch dieses Format aus Großbritannien übernommen. Deutschland sei vor dieser Problematik allerdings mittlerweile bestens gerüstet, da – wie Frau von der Leyen angibt – vor allem die Aufklärung an Schulen mittlerweile Früchte zu tragen scheint. Darüber hinaus sei laut Angaben der Familienministerin das Problem in Großbritannien größer als hierzulande. Auf der anderen Seite die berechtigte Frage: Haben Kinder in den Augen von Frau von der Leyen wegen der – zumindest in den Raum gestellten – höheren Quote an Teenie-Schwangerschaften keine oder weniger Rechte als deutsche Kinder?
Sicherlich ist RTL als Privatsender nicht unbedingt in der Situation, sich die Spendierhosen in Sachen Aufklärung anzuziehen. Dass hinter diesem Format offensichtlich auch Profit-Gier steckt, ist mehr als deutlich. Schließlich laufen solche Doku-Soaps (Trash-TV) in Deutschland verdammt gut, zumindest solange das dumme Volk nicht nach anspruchsvolleren Formaten schreit. Ursula von der Leyen (CDU) sind allerdings zumindest in dieser Hinsicht die Hände gebunden. Da laut Grundgesetz eine direkte Zensur (zumindest noch) nicht stattfinden darf, bleibt es Aufgabe der zuständigen Medienwächter darüber zu entscheiden, ob RTL für das Format gerügt werden muss oder nicht. Aber vielleicht ruft gerade das wieder andere Begehren bei unserer Zensur-Ministerin aus dem Plan – wir dürfen gespannt sein!
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23. Mai 2009 










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