How-To: Wie trete ich aus der Jungen Union / CDU aus?

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Wie ich an anderen Stellen auf meinem Weblog bereits berichtet habe [1] [2], ist zumindest ein Austritt aus der Jungen Union (JU) beziehungsweise CDU im Rems-Murr-Kreis nicht besonders einfach. Der gesamte Austrittsprozess hat sich über mehr als zwölf Monate hingezogen und hatte mehrere Austrittsbitten meinerseits zur Folge, jeweils aus ziemlich unterschiedlichen Gründen, da sich bundespolitisch immer mehr ins Negative ergeben hat. Zu Beginn war es die Vorratsdatenspeicherung, dann das bevorstehende Verbot von Action-Videospielen und zu guter letzt die Zensursula-Debatte mit den hübschen Stopp-Schildern. Ich denke mal, dass einige Unentschlossene, die immer noch in der JU (oder CDU) sind, also von meinen Erfahrungen profitieren können, um möglichst schnell aus der – wie Ronald Pofalla nach den Wahlen in Sachsen, Thüringen und Saarland im ZDF sagte – “einzigen Volkspartei Deutschlands” auszutreten. Die Zeit ist nämlich reif! Wir brauchen keine zweite SED, die sich über die Hintertür versucht ein “Ein-Parteien-Regime” aufzubauen.

Wichtig zu wissen ist zunächst mal, dass mit einem Austritt aus einer Partei nicht zwangsläufig ein Grund verbunden sein muss, zumindest nicht vor denjenigen, denen man seinen Austritt erklären möchte. Es ist dennoch besser, dies zu machen. In meinem speziellen Fall habe ich nach meinem Austritt aus der JU nach dem Amoklauf von Winnenden am 11.03.2009 erfahren, dass Menschen wie ich, die zum Beispiel “Killerspiel-Konsumenten” sind, in den Augen der CDU ohnehin nicht erwünscht sind, auch vor Ort in den Kreis- und Ortsverbänden nicht. Außerdem muss man für seinen schriftlichen Austrittsersuch – zumindest bei der CDU – ein paar Euros liegen lassen. Nicht für die Partei selbst, sondern für die Zustellung des Briefes. Damit sich keiner rausreden kann, sollte daher ein Einschreiben mit Rückschein versandt werden. So könnt ihr sicherstellen, dass euer Brief a) zugestellt wurde b) wer den Brief in Empfang genommen hat.

Um sich viele Nerven zu sparen, halte ich es zudem für wichtig, eine Bestätigung des Parteiaustritts mit einer Frist festzusetzen. Ich habe in meinem Fall nach dem dritten Versuch eine zweiwöchige Frist festgesetzt mit der Bemerkung, dass nach nochmaligem Ignorieren rechtliche Schritte folgen. So barsch muss man zwar selbst mit der CDU beim ersten Austrittsersuch nicht umgehen, aber spätestens nach dem dritten Brief sollte man sich überlegen, ob man nicht doch lieber etwas Feuer unter dem Kessel macht.

Also, was ist wichtig? Hier nochmal eine Kurzzusammenfassung:

  1. Austrittswunsch schriftlich festhalten; ob mit oder ohne Begründung des Austritts bleibt wohl jedem selbst überlassen, meine Empfehlung: MIT Begründung, die sollen schließlich wissen, warum ihre Partei so lächerlich ist ;) ,
  2. Kopie vom unterschriebenen Brief erstellen und bis zur Bestätigung des Austritts aufbewahren,
  3. Brief als Einschreiben mit Rückschein versenden,
  4. Sollten die Austrittsersuche selbst bei dem genannten Einschreibe-Verfahren ignoriert werden, so sollte man spätestens beim dritten Versuch über eine härtere Formulierung nachdenken, wichtig ist bei jedem Austrittsersuch eine faire Fristsetzung zur Bestätigung des Austritts (min. zwei Wochen).

So seid ihr zumindest auf der sicheren Seite. Es dürfte sich unter den Voraussetzungen – anders als bei mir – dann nicht über eine Zeitspanne von einem Jahr ziehen, bis ihr dann letztlich aus dieser Schurkenpartei ausgetreten seid.


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5 Kommentare zu “How-To: Wie trete ich aus der Jungen Union / CDU aus?”

  1. Marco schreibt:

    Bin letzte woche aus der Ju ausgetretten. Muß mit von einem 18 jährigen Ju Ortsvorsitzenden aus 92278 nicht vorhalten lassen ich sein ein Sozialschmarotzer, weil ich mom aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten kann, und wenns mir in deutschland nicht passt kann ich ja auswandern.Ich leide seit 2001 an mutlipler Sklersose, hatte heuer zudem noch eine Lungenembolie und einen Nervenzusammanbruch.
    mfg marco

  2. Marco schreibt:

    P.S.: eine Bierdeckelkündigung reicht normalerweise aus. wir haben in deutschland in Sachen Verträger eine sog. Formfreiheit.

    Mfg Marco

  3. Schwoab schreibt:

    Zum Thema Bierdeckelkündigung:

    Sicherlich ist das auch möglich, aber man sollte in meinen Augen immer eine Kopie davon behalten, um später im Streitfall nachweisen zu können, wann man die Kündigungen rausgeschickt hat. Leider hat das ja bei mir schon nicht so wunderbar und reibungslos geklappt, wie man sich das gewünscht hätte. Deswegen habe ich den Artikel auch rein aus meinem Erfahrungsschatz heraus verfasst. Wie jeder seinen Austritt formuliert und festhält, bleibt natürlich jedem selbst überlassen – wenns sein muss auch auf dem Bierdeckel! ;)

  4. Marco schreibt:

    Naja, sagen wir mal ich hab an dem Tag wo ich gekünndigt hab um 22:30 den Kreisvorsitzenden angerufun und um eine Löschung meiner Daten gebeten und noch meherer JU Funktionäre auf nächsthöherer Basis informiert. Bei den ganzen Aktionen waren unabhängige Personen anwesend.
    Wenns nach dem willen der JU Ortsgruppe ginge müßte ich ein Din A4 Computergeschriebenes Scribt am besten in 10 facher Ausführung und von einem Notar abgesegnetes Formular einreichen. _nur da wiederum ist die Rechtslage auf meiner und unserer Seite. Falls Sie einen zudem nicht rauslassen wollen kann man die Mitgliedsbeiträge auch von den Banken zurücküberweißen lassen. Zeugen wenn anwesend sind ist auch schon ein rießen vorteil.
    mfg
    Marco

  5. Marco schreibt:

    Noch was.Ich bereue die Entscheidung aus einer in meinen Augen “Faschistischen” Grupierung wie der JU ausgetreten zu sein keinesfalls. Jetzt werden sich bestimmt ein paar Leute aufregen über den Begriff Faschismus.. aber wenn sozial Schwache und behinderte Personen diskriminiert werden trifft das Wort Faschismus genau den richtigen Punkt.
    mfg Marco

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