Justiz-Skandal in Baden-Württemberg aufgeklärt

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“Wenn man davon ausgeht, dass rund ein Promill aller Bundesbürger kriminell ist, so müssen sich auch rund ein Promill unserer Polizeibeamten in diese Statistik einreihen”, so oder so ähnlich habe ich einen denkwürdigen Satz von Andreas Hauss im Kopf, der im Sommer 2009 zum Thema Amoklauf in Winnenden referierte. Das heute gesprochene Urteil in Mannheim passt zwar nicht zu der Tragödie in Winnenden, doch wurde heute genauso ein Justiz-Skandal aufgedeckt, der sich gegebenenfalls auch hinter der gesamten Amoktat in Winnenden verbergen könnte. Der Installateur Harry Wörz wurde zwölf Jahre lang für eine Straftat beschuldigt, die er nicht beging. Indizien sollen vernichtet worden sein und die Polizei könnte den wahren Täter wissentlich gedeckt haben. Ein Skandal, der da in der baden-württembergischen Justiz einerseits (Staatsanwaltschaft) und bei der Polizei andererseits zu beklagen ist.

Zur Erinnerung: Seit 1997 versucht die Staatsanwaltschaft, dem 1966 geborenen Installateur nachzuweisen, dass er in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1997 seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Andrea heimtückisch zu ermorden versucht habe. Die Frau erlitt durch minutenlange Drosselung irreparable Hirnschäden. Zeitlebens wird sie ein Schwerstpflegefall bleiben.

[...] Konnten die Sachverständigen des Landeskriminalamts DNA-Spuren Wörz nicht oder nicht eindeutig zuordnen – für die Staatsanwaltschaft blieb er der Täter. Traten immer weitere Ermittlungsfehler der Pforzheimer Polizei an den Tag – für die Staatsanwaltschaft blieb Wörz der Täter. Hatte die Kammer für den Geliebten Andreas ein überzeugendes, ja überwältigendes Tatmotiv herausgearbeitet, woran es bei Wörz fehlt – für die Staatsanwaltschaft blieb der Angeklagte der Täter.

(Spiegel.de)

Panne um Panne. Da bin ich ja mal gespannt, inwieweit noch Licht ins Dunkel gebracht werden kann hinsichtlich des Amoklaufs in Winnenden. Einige berechtigte Zweifel scheint es dort schließlich auch zu geben.

Konservativ und ohne Sachverstand: Die Stuttgarter Zeitung

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Angesichts der massenhaften Megafails hinsichtlich der Berichterstattung rund um die fragwürdige Verbrennungsaktion des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden verwundert es keinen, dass ausgerechnet konservative und vor allem CDU-lastige Blätter, wie beispielsweise unsere Stuttgarter Zeitung, überhaupt nicht fähig sind, sachlich über den Amoklauf an sich und über Kulturgut in Verbindung mit Computer- und Videospielen zu berichten. Bestes Beispiel ist da folgender Artikel aus der Online-Ausgabe der Zeitung:

In den aufgestellten Müllcontainer hatten bis zum frühen Nachmittag vor allem Jugendliche etwa zwei Dutzend Computerspiele wie das umstrittene Counter-Strike reingeworfen. Bündnis-Vorstand Hardy Schober geht es weniger um die Masse, denn um die Symbolik: “Wir wollen, dass diskutiert wird und ein Zeichen setzen, dass Killerspiele aus den Kinderzimmern verbannt werden.”

Wenn man solche Zeilen liest, fragt man sich doch unweigerlich, wie viel Geld für diesen Werbeartikel geflossen sein muss. So dämlich kann doch beim besten Willen kein Redakteur der Welt sein, dass er sowas schreibt. Naja doch, außer er gehört vielleicht dem Aktionsbündnis selbst oder der CDU an.  Die Diskussion rund um Amokläufe wird doch gar nicht erst versucht auf sachlicher Ebene zu führen. Man möchte das alte System nicht schädigen, ja sogar nicht in Frage stellen, dass es die Gesellschaft ist, die für diese Bluttaten einen erheblichen Teil mit beitragen. Dass es vielleicht auch ein Verschulden unserer (vorwiegend von CDU geführten) Landesregierungen ist, die sukzessive seelsorgerische Stellen an den Schulen über Jahre hinweg abgebaut haben und somit für labile Personen jede Möglichkeit der Auseinandersetzung mit sich selbst und ihren Problemen genommen haben.

Ein weiterer Fail ist dann ja noch folgender Satz im ersten Absatz des StZ-Artikels:

[...] hatten bis zum frühen Nachmittag vor allem Jugendliche etwa zwei Dutzend Computerspiele wie das umstrittene Counter-Strike reingeworfen.

Das nachfolgende Video entstand um ca. 14:30 Uhr, also gegen den oben beschriebenen “frühen Nachmittag”. Von einem Dutzend Spiele kann da überhaupt nicht die Rede sein:

Den Vogel schießt die Stuttgarter Zeitung dann mit folgendem Satz ab, in dem sie dezent durch die Blume – für den Leser natürlich kaum ersichtlich -  den Kulturgut-Status von Videospielen in Frage stellt:

Ein Aktivist des Spieler-Verbandes demonstrierte derweil gegen die Ächtung von Computerspielen und gegen Vernichtung von “Kulturgut”.

Für die ganzen grauen Greise bei der Stuttgarter Zeitung: Der Deutsche Kulturrat hat im vergangenen Jahr 2008 Videospiele ganz offiziell zu Kulturgut erklärt, wie auch einer dementsprechenden Pressemitteilung zu entnehmen ist.

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DFB distanziert sich vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden

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Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hat für den heutigen Samstag zu der fragwürdigen Aktion “Familien gegen Killerspiele” vor der Stuttgarter Staatsoper eingeladen. Im Rahmen dieser Aktion sind Eltern dazu aufgerufen worden, gewalthaltige Videospiele ihrer Kinder  in einem Container zu entsorgen, dessen Inhalt im Anschluss im MHKW Göppingen bei Temperaturen um 850 °C verbrannt werden sollen:

Das “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” (AAW) ruft dazu auf am 17.10.2009 zwischen 10 und 19 Uhr vor der Staatsoper in Stuttgart Videospiele im Rahmen einer öffentlichen Zeremonie in einem Container zu sammeln, um sie anschließend in dem MHKW Göppingen bei Temperaturen von mehr als 850 °C zu verbrennen. Unter den Teilnehmern wird ein vom WM-Kader signiertes Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft verlost.

(Stigma Videospiele)

Der DFB hat tatsächlich ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zur Verfügung gestellt. Allerdings wird dieses – offiziellen Angaben des DFB-Pressechefs nach – mit dieser Aktion zweckentfremdet. Wie der DFB in einer E-Mail an einen Piraten bekannt gab – dessen Inhalt ich als wahr verifizieren kann, da ich sie selbst gelesen habe -, sei der ursprüngliche Zweck eine karitative Veranstaltung gewesen, im Verlauf derer das Trikot hätte versteigert werden müssen. Der Erlös aus der Versteigerung wäre dann den betroffenen Familien direkt zugegangen. Hier der Original-Text der E-Mail (Name des Empfängers zensiert):

Sehr geehrter Herr XXXXXX,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Wir haben in diesem Frühjahr dem “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” ein Nationalmannschaftstrikot zur Verfügung gestellt, um es im Rahmen einer karitativen Veranstaltung versteigern zu können. Wir gehen davon aus, dass der Erlös betroffenen Familien zugute kommt. Die konkrete Aktion, bei der dieses Trikot nun versteigert wird, war uns damals nicht bekannt. Dass wir das Trikot für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt haben, bedeutet nicht, dass wir uns mit der “Initiative Familie gegen Killerspiele” identifizieren.

Freundliche Grüße

Harald Stenger
DFB-Pressechef

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Amoklauf in Ansbach: Seitenhieb in eine andere Richtung

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Einige von euch werden vermutlich – wie meine Wenigkeit – das Vergnügen gehabt haben, dass sie gestern via twitter so ziemlich reingelegt wurden. Zur Vorgeschichte: Gestern fand im bayerischen Ansbach an einem Gymnasium ein Amoklauf statt, bei dem es zwar Verletzte gab, aber Gott sei Dank (noch) keine Todesopfer, (zwei Mädchen kämpfen noch ums Überleben) die eine neuerliche Diskussion um gewalthaltige Videospiele hervorgerufen hätte. Oder aber diese Diskussionen folgen noch? Man weiß es nicht. Insbesondere die protektionistische Landespolitik des Freistaates Bayern sollte man nicht unterschätzen. Wie auch immer: Was dann auf twitter geschah, war weder der Diskussion um die lächerlichen “Killerspiel”-Debatten dienlich, noch hat es in irgendeiner Weise der Wahrheit entsprochen. Die Rede ist von diesem Bild:

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Winnenden – Der gemachte Täter und die unterdrückten Beweise

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Wie ich vor einiger Zeit bereits schrieb, habe ich vor zwei Wochen den Stuttgarter Schall und Rauch Stammtisch besucht, um dort einen Vortrag von Andreas Hauß anzuhören. Dieser hat unter anderem die tragischen Ereignisse von Winnenden etwas genauer unter die Lupe genommen. Auch das Film-Team von NuoViso war vor Ort und hat den Vortrag festgehalten. Einen Zusammenschnitt mit den wesentlichen Inhalten gibt es auf YouTube:

Schall und Rauch Stammtisch am 27.08.2009 in Stuttgart

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Bin heute mehr aus Zufall mal wieder über den Stammtisch Stuttgart zum Schall und Rauch Weblog gestolpert und habe da doch gleich einen Vortrag entdeckt, der auch mein Interesse geweckt hat:

WINNENDEN – EIN Amoklauf?

Tim K. war nicht der Täter von Winnenden und Wendlingen. Er spielte  den Sündenbock, war somit  ein weiteres Opfer des Massenmordes vom 11.3. dieses Jahres. Das weist Andreas Hauß, Buchautor, Historiker und Publizist, anhand unzähliger Aspekte nach, die frei zugänglich und vielen Interessierten wahrscheinlich sogar noch erinnerlich sind.

Am 11.3. hatte Tim erst noch in einem “Feuergefecht mit der Polizei” den Tod gefunden – abends  handelte es sich um Selbstmord. Tagsüber verbreitete der Täter in Kampfuniform Angst und Schrecken in der Region – danach ergab sich, dass Tim so gekleidet war, wie er morgens das Haus verlassen hatte. Wie konnte er aber so schnell als “Täter” identifiziert werden? Entweder durch Wiedererkennen seitens der Schüler: nur dann wäre die Beschreibung “Kampfuniform” eine üble Irreleitung der Fahndung – oder durch Ausweise im Rucksack, der Wochen später “gefunden” worden sein soll

Weitere Informationen zum Vortrag

Ich werde mich morgen aller Voraussicht nach spontan zu diesem Stammtisch einfinden, alleine um das Thema mitzuverfolgen. Vor allem auf die Erklärungen des Herrn Hauß bin ich sehr gespannt. Für alle Zweifler des Amoklaufs von Winnenden – insbesondere für deren Angehörigen – ein Gang wert. Denn die Wahrheit erfährt man schon lange nicht mehr über die manipulativen Massenmedien.

Der Schall und Rauch Stammtisch findet am Mittleren Schlossgarten, Nil – Cafe am See (U-Bahn-Station Neckartor) ab 18.00 Uhr statt.

Kommen bald auch Internetsperren für Gewaltspiele?

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Wie bereits schon zu Beginn der Debatte um die Sperrung von kinderpornografischen Internetseiten vermutet wurde, scheint sich der Gürtel um weitere Themenfelder wie Videospiele immer enger zu schnallen. Nachdem kürzlich auf einer Innenministerkonferenz ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot für Spiele mit besonders hohem Gewaltanteil beschlossen wurde, geht es den Online-Spielen des selben Genres vermutlich auch bald an den Kragen. Zumindest hat Thomas Strobl, Bundestagsabgeordneter der CDU und Rechtsanwalt aus Heilbronn, erstmals konkretisiert, dass der Gesetzentwurf dahingehend angepasst werden könnte.

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Die Hetzjagd geht weiter

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Nicht nur seit dem vergangenen Amoklauf in Winnenden, schon seit Erfurt entfachen immer wieder hitzige Diskussionen um die Wirkung von Videospielen oder, wie sie unsere Politiker betiteln, “Killerspielen” auf die Sinne von Jugendlichen. Aus Niedersachsen und Bayern waren hier immer wieder die Forderungen laut geworden, man müsse diese Spiele mit einem Herstellungs- und Verkaufsverbot verhängen. Einem Bericht des ORF nach zu urteilen scheint es jetzt so weit zu sein.

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Familie des Amokläufers Tim K. wohnt nicht mehr in Weiler zum Stein

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Wie der Leutenbacher Bürgermeister Jürgen Kiesl gegenüber der Waiblinger Kreiszeitung bekannt gab, wohnt die Familie des Winnender Amokläufers Tim K. nicht mehr im Leutenbacher Ortsteil Weiler zum Stein. Seit Anfang der Woche sei die Familie nicht mehr Bürger der Gemeinde, so der Bürgermeister. Ob sie von der Sensationsgeilheit der Medien vertrieben wurden, bleibt wohl unklar.

Killen Killerspiele doch keine Menschen?

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Seit dem Amoklauf in Winnenden sind Killerspiele in den Medien wieder sehr präsent. Und nicht nur dort: Auch die Politik hat erst neulich wieder über ein generelles Verbot von Videospielen gesprochen, die von Gewalt beherrscht werden. Wie eine Studie jetzt allerdings belegt, soll es aus wissenschaftlicher Sicht keinen eindeutigen Nachweis dafür geben, dass Computer- und Videospiele gleichzeitig Gewalt oder Aggressionen bei Jugendlichen hervorrufen.

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