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	<title>lars-haise.de :: WEBLOG &#187; HanseNet</title>
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	<description>Games, Technik, Politik, Medien, Internet, Wahrheitsforschung</description>
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		<title>Internetzensur: F&#252;nf Provider unterschreiben freiwillig</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 20:36:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schwoab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Beisein von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) unterschrieben am Freitag f&#252;nf Internetprovider &#8211; darunter die Deutsche Telekom, Vodafone, Alice/HanseNet, Kabel Deutschland und Telefónica O2 &#8211; einen Vertrag, wonach sie sich freiwillig dazu verpflichten, zeitnah Internetseiten zu sperren, die nach Ansicht des Bundeskriminalamts (BKA) kinderpornografischen Inhalt auf ihren Servern liegen haben. Begleitet wurde das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Im Beisein von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) <a  title="golem.de" href="http://www.golem.de/0904/66524.html" target="_blank">unterschrieben am Freitag</a> f&#252;nf Internetprovider &#8211; darunter die Deutsche Telekom, Vodafone, Alice/HanseNet, Kabel Deutschland und Telefónica O2 &#8211; einen Vertrag, wonach sie sich freiwillig dazu verpflichten, zeitnah Internetseiten zu sperren, die nach Ansicht des Bundeskriminalamts (BKA) kinderpornografischen Inhalt auf ihren Servern liegen haben. Begleitet wurde das Ereignis von 300 Demonstranten, die sich f&#252;r ein freies Internet aussprachen.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-415"></span>Die Provider 1&amp;1 Internet, Versatel und Freenet waren zwar an den Verhandlungen beteiligt, weigerten sich allerdings auf freiwilliger Basis eine Vereinbarung zu unterschreiben, f&#252;r die es &#8211; zumindest noch &#8211; keine Rechtsgrundlage gibt. Diese soll allerdings aller Voraussicht nach noch am Mittwoch durch das Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden. Das neue Telemediengesetz w&#252;rde dann vorsehen, dass alle Provider zur Sperrung von einschl&#228;gigen Inhalten gezwungen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Sp&#228;testens in sechs Monaten muss die Technik f&#252;r die Internetsperren stehen. Wer dann eine Internetseite aufruft, die sich auf der Liste des BKAs befindet, bekommt ein Stoppschild mit entsprechendem Hinweistext angezeigt. Der Zugriff auf die Seiten wird &#252;ber das Domain Name System (DNS) gesperrt, also die Adresse, unter der das fragw&#252;rdige Angebot erreichbar ist. Wenn man mal genauer hinschaut, wird hier mehr Schein als Sein betrieben. Denn letztlich sind die Internetseiten nicht mehr unter deren Domainnamen zu erreichen, was allerdings den Zugriff &#252;ber die Direkteingabe der zugeordneten IP-Adresse nicht verhindert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Droht uns ein Zensurnetzwerk?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die 300 Demonstranten vor Ort stellten sich berechtigt die Frage, ob uns Deutschen &#8211; vielleicht &#228;hnlich wie in China? &#8211; ein Zensurnetzwerk droht. Denn theoretisch w&#228;re dieses Werkzeug auch dazu in der Lage, regierungskritische Internetangebote auszuschalten und so die &#246;ffentliche Meinung zu steuern. Bei der Frage darum, ob Kinderpornografie bek&#228;mpft geh&#246;rt, waren sich alle Teilnehmer des Protestes einig: Ja! Aber durch die blo&#223;e Sperre von Internetseiten werden noch lange nicht diejenigen einkassiert, die diese Bilder und Videos im Internet einstellen. Im Gegenteil: Das Problem wird einfach nur vertagt und viele Kinder leiden weiter, w&#228;hrend sich unsere <em>Zensursula </em>von der Leyen damit r&#252;hmt, so viel gegen Kinderpornografie zu unternehmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwischenzeitlich hat &#252;brigens auch der IT-Branchenverband Bitkom eingelenkt. Nachdem man sich im <a  title="golem.de" href="http://www.golem.de/0902/65234.html" target="_blank">Februar 2009 bei einer Anh&#246;rung des Unterausschusses f&#252;r Neue Medien im Bundestag</a> noch geschlossen gegen die Zugriffssperren ausgeprochen hat hei&#223;t es nach den aktuellen Vertragsunterzeichnungen: <em>&#8220;Zugangsh&#252;rden sind ein wichtiger Teil der Ma&#223;nahmen gegen solche Verbrechen&#8221;,</em> so der Bitkom-Pr&#228;sident August-Wilhelm Scheer.</p>
<p style="text-align: center;"><em>Das ist Lobbyismus, hell yeah!</em></p>
<p style="text-align: justify;">Welche Begehren unsere Politiker in Zukunft noch hervorbringen werden, bleibt abzuwarten. Vielleicht werden in Zukunft grunds&#228;tzlich auch noch Internetangebote gesperrt, die sich mit Amokl&#228;ufen besch&#228;ftigen? Wer wei&#223; &#8230; Aber ob uns blinder Aktionismus in Sachen Kinderpornobek&#228;mpfung weiterbringt, steht auch noch in den Sternen. Denn frei sind die T&#228;ter dennoch und die Leiden der Kinder sind noch lange nicht gelindert.</p>
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